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Ing. Franz SchaupamnnElternbrief September 2010

 

Liebe Eltern!
Liebe MitarbeiterInnen in Elternvertretung und Elternvereinen!

Das neue Schuljahr beginnt und mehrere Anliegen sind aus der Sicht der Eltern und Schulkinder zu bearbeiten:

 

1. Verfassungsreform / Kompetenzneuordnung zwischen Bund und Ländern

Derzeit verhandeln Landeshauptleute und Bundesregierung über Neuordnung von Ausgaben- und Aufgabenverantwortung im Schulbereich. Für uns Eltern zählt hier vor allem der weitere Bestand des kostenfreiem Zugangs zu Unterricht und Bildung und die Schaffung eines effizienteren Lehrerdienstrechtes. Elterninitiativen, wie derzeit in einer niederösterreichischen Gemeinde erlebt, die (fast) erfolglos bleiben, wenn es darum geht,  einen unfähigen Pädagogen aus dem Schuldienst zu entfernen, müssen endlich der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig müssen verdienstvolle und engagierte PädagogInnen die entsprechende Wertschätzung und auch finanzielle Anerkennung bekommen. Für politische Scharmützel auf Kosten von zielführenden Lösungen haben wir Eltern kein Verständnis mehr. In einer längst fälligen Neuordnung der Kompetenzen sind die Stellenwerte der Schulpartner voll zu erhalten!

 

2. Öffentliche Budgets

Gemeinden, Länder und Bund werden aufgrund der Folgen der weltweiten Finanzkrise ihre Haushalte neu ordnen. Mit im Gespräch sind auch Kürzungen  im Bereich Familienbeihilfe (13.), Kinderbetreuung und Kindergarten. Dazu ein klares Wort aus der Sicht der Eltern: Fast 2 Millionen PensionistInnen leisten keine Beiträge an den Familienlastenausgleichsfonds. Die Zahl der Pensionsbezieher steigt jährlich. Die Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten sind um ein Drittel  niedriger als jene der aktiv im Arbeitsprozess tätigen Menschen ... also vor allem von Müttern und Vätern! Trotzdem war es selbst in schwierigsten Zeiten immer möglich, auch die Pensionen über dem Ausgleichszulagenrichtsatz zu erhöhen. Die Kinderbeihilfe wurde jahrelang nicht erhöht.... Mit Recht wurde 2008 vom damaligen Kabinett Gusenbauer-Molterer eine 13. Zahlung eingeführt!! Die Eltern haben in der Vergangenheit bei der Schülerfreifahrt, beim Schulbuchlimit, bei der Wiederverwendung von Schulbüchern usw. immer ihren Beitrag zu Konsolidierungsmaßnahmen geleistet. Jetzt aber, nach schweren Fehlern in der Bankenszene, nach ungeheuerlichen Versäumnissen in der Finanzaufsicht, nach zahllosen und von der Justiz teilweise negierten Beispielen der Gier von Einzelnen von den Familien zu verlangen, die Zeche für die Folgen im Staatshaushalt  zu bezahlen, ist einfach unerhört! Ich sage ganz offen: Politiker, die einerseits Familien und Schulkinder in die Verantwortung für die Finanzierung der Folgen der Finanzkrise nehmen wollen und andererseits eine Mindestsicherung von über 700 Euro im Monat einführen können oder einnahmensseitige Regulierungen von fiskalen Fehlentwicklungen blockieren, sind für Familien, wo Eltern voll im Berufsleben (mit oft sehr niedrigen Bezügen unter 700 Euro im Monat) stehen, nicht wählbar!

 

3. Neuordnung der Elternarbeit in Niederösterreich

Die beiden Elternlandesverbände der Pflichtschulen und der höheren und mittleren Schulen planen eine wesentlich intensivere Zusammenarbeit und einen gemeinsamen Bürobetrieb. Ich wurde von beiden Verbänden beauftragt, bis Jahresende die entsprechenden Vorbereitungen einzuleiten und eine Finanzierung aufzustellen. Spätestens bis November soll in beiden Verbänden für die Vollversammlungen ein entsprechendes Ergebnis vorliegen.

 

Liebe Eltern!
Nach einem Jahrzehnt Elternarbeit im Landesverband der Pflichtschulelternvereine und acht Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Landesobmann sage ich allen Weggefährten, Unterstützern, Kritikern und Freunden ein herzliches Dankeschön für die Zusammenarbeit! Mein jüngster Sohn besucht jetzt die vierte Klasse einer Hauptschule. Ich werde einer Neuordnung der beiden Landesverbände der Elternvereine nicht im Wege stehen und freue mich auf künftige neue Entwicklungen in der niederösterreichischen Elternverbandsarbeit. Es ist viel geschehen und noch viel zu tun! Helfen Sie mit, den stillen Riesen der Schulpartnerschaft, die Eltern, in die Bildungspolitik einzubringen. Elternarbeit ist mehr als Kuchenbacken für Schulfeste ... das haben wir im EVNÖ in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen!
Helfen Sie mit, dass es so bleibt!

Einen gelungenen Start ins neue Schuljahr wünscht Ihnen

 

Ihr / Euer

Ing. Franz Schaupmann
Landesobmann